Archiv der Kategorie: 2012 – Weltmeisterschaft in Battle Creek/USA

Abendfahrt am Donnerstag

Guten Abend,

auch die 2. Fahrt ist schon vorbei. Heute Abend hatten wir einen gemeinsamen Start vom CLP. Auch die Fiestaballone starteten heute vom den Aaseewiesen was für uns tolle Drifter abgab und für die Besucher bestimmt tolle Bilder lieferte. Auch für uns war der Start über den Allwetterzoo ein Highlight, auch wenn wir kaum Zeit hatten in Ruhe den Zoo von oben zu betrachten.

Als Aufgaben hatten wir heute 2 Qual der Wahl Ziele. Schwierig war die Anfahrt weil es in Bodennähe sehr pendelnde und wechselnde Winde gab. Trotzdem konnten wieder ganz hervorragende Ablagen erzielt werden.

Schauen wir mal was das für das Gesamtklassement bedeutet.

Morgen früh gehts weiter und es wird weiter spannend bleiben.

Schöne Grüße und gute Nacht,

Martin

Beitrag von Uwe

Die WM ist vorbei und wir haben als letzte das Baymont Inn verlassen, unsere Basis während der letzten 11 Tage. Die Kameradschaft und die Zusammenarbeit zwischen den Teams war toll und die Stimmung auch. Der eine oder andere war am Ende ein bisschen gefrustet, da er sein gestecktes Ziel nicht erreicht hat. Aber im großen Ganzen war es eine runde Sache und ich denke, wir haben ein gutes Bild für Deutschland abgegeben.

Inzwischen sind wir alle wieder in der Heimat eingetroffen und gehen so langsam wieder zum Alltag über.

Mit meinem 5. Platz bin ich sehr zufrieden, denn das sehr stramme Wettbewerbsprogramm (bis auf So nachmittag jeden morgen und jeden Abend in der Luft, 30 Aufgaben in 10 Fahrten !) sorgte auch für Fehler, die gemacht wurden. Ich für mich denke, dass auch das Podium machbar gewesen wäre.
Ich habe in der ersten Fahrt meinen Donut falsch eingezeichnet mit 2 und 3 km Begrenzungen statt richtigerweise 1 und 2 km zu malen. Damit hatte ich no result und ca. 700 – 800 Punkte verschenkt.
Dann hab ich unnötige Strafpunkte bekommen:
50 für eine Landung zu dicht am Marker (ich hatte weniger als 200 m und meinte, über 100 m und damit außerhalb der MMA wäre OK. Zu dumm, wenn man die Regeln nicht beherrscht, die man selber geschrieben hat.)
50 für Logger einschalten während der Fahrt. (Hab den Logger eingeschafltet beim Herrichten des Ballons, aber ihn dann noch mal umgebaut von links nach rechts. Wahrscheinlich bin ich dabei an die Ein/Aus Taste gekommen und hab ihn dabei versehentlich ausgeschaltet. Jedenfalls hab ich nicht gecheckt, ob der Logger vor dem Start an ist und es erst bemerkt, als ich im Steigen war.)
110 für Einfahren in ein rotes PZ. Da hab ich bei der Annäherung an mein Ziel immer weiter hinein gezoomt und dann nach Absetzen des Markers nur noch nach draußen geschaut, wo ein guter Landeplatz ist. Das PZ hinter meinem Ziel hab ich dabei einfach ausgeblendet.
Dann gab es das Qual der Wahl nach dem Star. Jedes Ziel auf der Karte war gültig. Der Wind drehte und der Weg zum nächsten erreichbaren Ziel wurde immer länger. Als meine Ankunftzeit dann über 5 Minuten nach der Wertungsperiode war, bin ich aufgestiegen und hab es oben propbiert – ohne Erfolg. Wäre ich unten geblieben und hätte auf zum Sonnenuntergang hin zunehmenden Wind gehofft, wie er am Vortag schon da war, hätte ich es vielleicht in der Zeit geschafft. Das hätte 400 bis 500 Punkte mehr geben können.
Schließlich gab es die 4-fach Aufgabe mit dem Land Run am Ende. Aufgrund der schnellen Winde hab ich mir gedacht, es wäre eine gute Möglichkeit, GGF mal den Spaß zu gönnen, eine Wettfahrt im Korb mit zu erleben. Durch das viele Rauf und Runter und die vergleichsweise langsamen Winde in der Höhe hab ich aber so viel Gas gebraucht, dass ich den Land Run vorzeitig abbrechen musste. Das waren wieder 400 bis 500 Punkte, die ich aufgrund einer Fehleinschätzung verschenkt habe.
Also alles zusammen ca. 1700 Punkte mehr und das Podium wäre da gewesen.

Aber man muss fairer Weise sagen, dass auch die Piloten inclusive der vor mir platzierten ihre Fehler gemacht haben. (Johnny Petrehn hat z.B. einmal vergessen, das PDG vor dem Start zu deklarieren und damit auch so 700 – 800 Punkte verschenkt.) Ob deren Fehler und Strafen in Summe so viele Punkte waren, wie bei mir, weiß icht nicht. Aber für mich zeigt es, dass es machbar ist, in der Weltspitze mit zu fahren. Und das ist ein gutes Gefühl !

Und auch, wenn es beim nächsten Mal wieder nicht für ein Podium reichen sollte, das tolle Gefühl in der deutschen Mannschaft, die Kameradschaft der deutschen und auch einiger ausländischen Piloten und die super Stimmung – dafür lohnt es sich allemal, bei einer solchen Meisterschaft mit zu machen.

Beste Grüße

Uwe

FAZIT

Was bleibt noch zu sagen nach dieser Weltmeisterschaft 2012 in Battle Creek – Michigan in den USA?

Die Ballonwelt ist verdammt klein geworden! Die Leistungsdichte bei dieser WM hat uns vermutlich alle überrascht. Natürlich sind alle Piloten die zu einer WM fahren die besten ihres Landes, wenn man aber die einzelnen Ergebnisse anschaut ist man schon beeindruckt wie eng alles beieinander liegt und dass eingentlich jeder der 99 teilnehmenden Piloten in der Lage ist den Ballon präzise zu einem Zielkreuz zu bringen. Und mit präzise meine ich eine Ablage unter 5 Metern! Es ist also absolut kein Platz für taktische Fehler oder kleine Ausrutscher bei der einen oder anderen Fahrt. Wenn man bedenkt dass Uwe nur bei einer einzigen Aufgabe (Task 3) einen Fehler gemacht hat weil er seinen Donut falsch in den PC eingezeichnet hat, ansonsten aber einen nahezu fehlerfreien Wettkampf abgeliefert hat und trotzdem „nur“ auf Platz 5 landet ist das schon erstaunlich. Bei vergangenen Wettkämpfen galt meist die Regel das man 10 Prozent (in unserem Fall also 3 Aufgaben) daneben liegen kann, mit 90 Prozent gewinnt man. Dem ist nicht mehr so. Auch und natürlich weil das Feld insgesamt dichter zusammen gerückt ist. Ein kleiner Fehler wird sofort bestraft und plötzlich sind 50 andere Piloten in einem Radius vom 5 Metern um das Zielkreuz und man selbst ist mit 8 Metern schon abgeschlagen.

Auf der anderen Seite macht das natürlich auch Spaß beim zuschauen und wir haben hoffentlich unseren Crews und den Zuschauern am Boden eine tolle Show geliefert. Außerdem ist es auch Ansporn tatsächlich zu üben und besser zu werden um eben nicht den Marker so schlecht zu platzieren dass man nur 50. oder noch schlechter ist.

Leider haben wir uns für Brasilien 2014, wo die nächste WM stattfinden wird, keine gute Ausgangsposition verschafft. Dank Uwe haben wir wohl 3 Startplätze sicher, ob allerdings der 34. Platz von Sven für einen weiteren Teilnehmer reichen wird ist fraglich (die Plätze für die einzelnen Nationen richten sich unter anderem nach dem Ergebnis der vorherigen WM). Die Plätze 45 von Marcus Strauf, 48 von mir, 57 von Martin Wulff sowie 68 von Thomas Siebel und 69 von Matthias Borgmeier werden uns sicherlich keine weiteren Teilnehmerplätze einbringen.

Trotz allem kann ich aber nicht erkennen das wir als Deutsche Mannschaft großartige Fehler gemacht haben. Weder in der Vorbereitung noch während der Veranstaltung. Unsere Teams haben einen super Job am Boden gemacht und irgendwie tut es mir als Pilot leid das wir nicht mehr für sie rausholen konnten.

Danke an alle die mitgeholfen haben diesen Trip in die USA möglich zu machen und die uns daheim die Daumen gehalten haben. Ich hoffe wir konnten euch kleine Einblicke in den Ballonsport geben und ihr konntet zuhause ein wenig mitfiebern.

Damit von meiner Seite Tschüss und Auf Wiedersehen, ich melde mich erst wieder im nächsten Jahr wenn es in die Wettkampfsaison 2013 geht.

DANKE!

Rückblick Teil 3 – die letzten 24 Stunden

Wer will kann diesen Blogeintrag gerne ignorieren, denn er spiegelt hauptsächlich meinen persönlichen Frust wieder den ich mir aber jetzt von der Seele schreiben will.

Wir begannen dann alle gestern nach der Fahrt damit unsere Ausrüstungen Versandfertig zu machen. Wir mussten ja spätestens am Samstagvormittag alles bei der Spedition haben damit die Ballone wieder nach Deutschland kommen. Meine Mannschaft hat daher den ganzen Tag durchgearbeitet und wir konnten tatsächlich den verschnürten Korb gegen 19:15 Uhr bei der Spedition abgeben. Leider konnte ich nicht wirklich viel helfen da ich ständig damit beschäftigt war mit der Wettbewerbsleitung zu diskutieren wegen aus meiner Sicht völlig unberechtigter und überzogener Strafpunkte. Dank Veronika, die mich aus Deutschland meist noch schneller über die neuesten Änderungen informiert hat wie ich es hier überhaupt mitbekam, war ich ständig damit beschäftigt zum Briefingcenter zu fahren um mit den Offiziellen zu diskutieren und Beschwerden zu schreiben und abzugeben. So ein Chaos und ein durcheinander beim Scoring und der Auswertung habe ich noch nie erlebt! Wie kann es denn sein, dass weniger als 24 Stunden vor der Siegerehrung plötzlich für Fahrten Strafpunkte verteilt werden die schon 3 Tage zurückliegen!! Es hat mich 4 Anläufe gekostet bis ich 50 Strafpunkte für einen angeblich verknoteten Marker wegbekam. Sowohl meine Observerin die den Marker eingesammelt als auch meine Crew haben bestätigt dass er keinen Knoten hatte! Und trotzdem hat allein diese Kleinigkeit eine Menge Energie gekostet das zu korrigieren. Auch die nächste Strafe bei Task 25 wegen rücksichtslosem Fahren konnte ich wegbringen indem Bernhard Mohr, der bei dieser Fahrt mit im Korb war, und ich eine Stellungnahme geschrieben haben und damit anscheinend, nach vorher 3 erfolglosen Diskussionsversuchen, ein Einsehen bei der Wettbewerbsleitung erreichen konnte. Völlig von den Socken war ich dann heute morgen, als um 8 Uhr die nächste Runde der „offiziellen“ Ergebnisse online gestellt wurde, dass meine 250 Punkte für rücksichtsloses Fahren plötzlich bei Task 26, also der Fahrt am Donnerstagabend auftauchten. Ich dachte natürlich dass es sich um einen Fehler handelt und meine Strafpunkte von Task 25 zu Task 26 gerutscht waren. Also musste ich wieder aufstehen (wieder nichts mit ausschlafen!), eine Beschwerde schreiben (da waren die 50 Punkte wegen dem Marker auch noch nicht gelöscht!) und wieder ins McCamly Hotel zur Wettbewerbsleitung düsen. Nach einigen Diskussionen und großer Verwirrung kommt dann plötzlich um 9 Uhr Mathijs zu mir und hält mir einen völlig neuen Vorfall unter die Nase der bei der Fahrt am Donnerstagabend passiert sein soll. Ich hatte gerade noch Zeit ein Bild von dem Ausdruck zu machen (man sieht dort die horizontalen und vertikalen Trackspuren der beteiligten Ballone sowie die Trackpunkte im Verlauf von einer Minute mit Höhe, Vertikalgeschwindigkeit und Abstand zueinander). Die einzige Aussage von Mathijs war dass das ja ein neuer Vorfall ist und der ist völlig klar und die Strafe bleibt. Etwas konsterniert und durcheinander bin ich wieder ins Hotel gefahren, bis ich dann um kurz vor 10 realisiert habe dass der andere Ballon ja bei dem Vorfall über mir war, am Anfang sogar noch schneller gestiegen ist als ich und dann anscheinend den Parachute gezogen hat und wieder ins sinken gegangen ist. Dann muss ich in wohl in kurzem Abstand passiert haben. Also eigentlich eine völlig normale Situation und laut Regelwerk hat der untere Ballon immer Vorfahrt vor dem oberen. Natürlich bin ich schnell gestiegen, aber der Brasilianer über mir wird wohl kaum den Parachute aufziehen und das sinken anfangen wenn er sich nicht sicher ist dass er mir nicht von oben in die Hülle plumpst. Ich bin also wieder rüber ins Hotel zur Wettbewerbsleitung und habe nochmals versucht mit David und Mathijs zu sprechen. Sie haben es sich tatsächlich auch noch mal angeschaut und meinten am Ende, dass zumindest der Brasilianer auch hätte bestraft werden müssen. Aber das würden sie jetzt auch nicht mehr ändern (wollte ich ja auch gar nicht). Ich hätte jetzt noch 20 Minuten Zeit einen offiziellen Protest einzulegen, danach wird das Ergebnis Final! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie wütend ich in dem Moment war (und immer noch bin)! Wer mich kennt weiß dass ich kein verrückter Harakiri-Fahrer bin und so viel wie wir Deutschen uns untereinander ausgetauscht haben und gegenseitig auf die anderen geschaut haben dass keine Ballone in der Nähe sind waren wir mit Sicherheit wesentlich vorsichtiger unterwegs wie mancher andere Teilnehmer. Mich ärgert es einfach maßlos dass ich jetzt als rücksichtsloser Fahrer gelte und 250 Strafpunkte für eine Situation bekam an der ich nur sehr bedingt Schuld war und andere Piloten für Korb-Hüllen-Berührungen nur 200 Strafpunkte. Das kann ich einfach nicht verstehen. Ich bin mir absolut sicher dass der brasilianische Pilot bestätigt hätte dass zu keiner Zeit eine Gefahr in dieser Situation bestand. Die Software gibt halt nach vorgegebenen Parametern Warnungen aus, und das mag ja auch richtig sein, aber möglicherweise hat das mit der tatsächlichen Fahrsituation in der Luft relativ wenig zu tun. Wenn aber natürlich diese Strafpunkte erst 4 Stunden vor der Siegerehrung veröffentlich werden ist überhaupt keine Zeit mehr sich vernünftig mit den Piloten zu diesem Thema auseinander zu setzen. Das ist einfach Schade.

Leider wird diese WM für mich Aufgrund dieser Vorfälle einen verdammt negativen Beigeschmack in der Erinnerung haben und das ist einfach sehr traurig. Denn wir hatten spanndende und interessante Tage hier mit vielen netten Leuten und neuen Bekanntschaften und dieses Ende, zumindest für mich persönlich, hatten diese 2 Wochen USA nicht verdient. SCHADE!

Und entschuldigt bitte das ich mir das jetzt von der Seele schreiben musste.

Rückblick Teil 2 – Fahrt Nr. 10

Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es am Freitagmorgen wieder zum Briefing und zur letzten Fahrt. Die Befürchtungen vom Vortag hatten sich Gott sei Dank nicht bestätigt, der Wetterfrosch hatte nämlich mit einem ziemlich heftigen Low-Level-Jetstream, also einem sehr starken Wind in niedrigen Höhen, gerechnet. Es war zwar schnell mit rund 35 km/h in etwa 150 Metern über Grund, aber wir hatten eine Bodeninversion sodass ein sicherer Start und eine anständige Landung gewährleistet waren.

Als Aufgaben gab es ein FlyIn sowie zwei Qual der Wahl Aufgaben. Die Startplatzsuche war uns überlassen. Das hat im übrigen mit Abstand am perfektesten funktioniert im Vergleich zum Rest der Woche. Direkt an unserem vereinbarten Treffpunkt wo wir noch mal eine Windmessung durchgeführt haben passte die Richtung und die Grundstücksbesitzer waren einverstanden dass wir in ihren Vorgarten einfallen. Natürlich haben das auch sofort einige andere Teams ausgenutzt und so wurde es wieder einmal richtig voll zwischen Briefkästen, Häusern und Strom-/ bzw. Telefonleitungen.

Der Startplatz war perfekt und wir konnten die ersten beiden Ziele super anfahren. Es war zwar extrem schwierig aus der schnellen Schicht mit über 30 km/h sauber in die Bodenschicht zu kommen und viele Teilnehmer hatten hier große Probleme, da wir aber alle im vorderen Teil des Feldes lagen konnten wir uns aus dem größten Getümmel raushalten. Die Ablagen waren hier auch wieder sehr anständig und Uwe konnte noch mal einige Punkte auf die Spitze gut machen und sich im Gesamtklassement nach vorne schieben. Auch Sven fuhr noch mal richtig gut um wenigstens als zweiter Deutscher eine ordentliche Platzierung einzufahren.

Danach war erst mal die große Anspannung weg. Nach 10 anstrengenden und extrem intensiven Fahrten war es endlich geschafft und der Rest lag in den Händen der Auswerter und der Wettbewerbsleitung. Wir im deutschen Team waren zwar nicht restlos zufrieden, alles in allem haben wir uns aber ganz anständig verkauft. Vor allem unsere Crews haben einen super Job in den letzten 8 Tagen gemacht, dafür an dieser Stelle schon mal ein dickes Dankeschön!!

Rückblick Teil 1 – Fahrt Nr. 9

Hallo zusammen,

mittlerweile ist zwar die Siegerehrung schon zu Ende gegangen, die letzten 48 Stunden waren aber ein klein wenig hektisch, chaotisch und am Ende extrem nervig und ärgerlich für mich, sodass ich leider keine Zeit hatte euch zu berichten. Da ihr aber alle sicherlich noch auf die letzten Berichte zu unseren Fahrten wartet versuche ich jetzt mal meine Wut und meinen Ärger zu vergessen und euch wenigstens noch mal einen letzten Einblick in das Abenteuer Battle Creek zu geben.

Nachdem ich tatsächlich am Donnerstagmittag aufgefordert wurde meine beiden kleinen Löcher oberhalb vom Nomex reparieren zu lassen weil sonst mein Ballon gegroundet wird hatte ich natürlich keinen Mittagsschlaf und hoffte darauf das die Hülle bis zur Abendfahrt rechtzeitig fertig werden würde. 1 Stunde vor dem Briefing kam dann der Anruf von Donna das sie nicht fertig werden würde und ich hatte erst mal keinen Ballon mehr. Gott sei Dank hatte Uwe die rettende Idee Joe Heartsill zu fragen ob er nicht noch eine Hülle in Reserve hätte. Da ich ja eine amerikanische Lizenz habe durfte ich die ja auch fahren. Und tatsächlich, in dem schier unerschöpflichen Fundus von Joe war noch ein kleiner lilaner Lindstrand-Racer!! Der Abend war gerettet. Es war zwar extrem streßig für meine Mannschaft, aber wir haben es geschafft pünktlich zum Briefing wieder startklar zu sein. Super Leistung!!

David hatte sich für den Abend einen gemeinsamen Start mit einem Qual der Wahl und einem selbstgewählten Ziel ausgedacht. Bei einem Zusatzbriefing am Startplatz wurde dann aus dem Qual der Wahl auch ein selbstgewähltes Ziel da klar war, dass keines der von ihm gedachten Ziele bei der vorherrschenden Windrichtung getroffen werden konnte. Es gab zwar noch einige Diskussionen bis die Aufgabe so gestellt war dass sie auch zum Wind passte, aber am Ende gab es tatsächlich 2 gültige Ziele auf der Karte die von allen angefahren werden konnten (und es wählten auch anscheinend alle Teilnehmer die gleichen beiden Ziele!!).

Nachdem die Gefahr bestand dass das Windsystem kippt war die Ansage natürlich so schnell wie möglich zu starten. Nachdem wir wirklich gut vorbereitet waren konnten fast alle deutschen 5 Minuten nach der grünen Flagge in die Luft. Das Gedränge war zwar riesig am Startplatz aber alle verhielten sich fair und sicher. Auf der Hälfte der Strecke war klar das wir mit der reinen Bodenschicht nicht weit genug nach rechts zum Ziel kommen würden. Da es aber in rund 6000 Fuß nach Osten ging entschieden wir uns aufzusteigen um die paar Meter nach rechts zu versetzen. Für mich natürlich eine spannende Aufgabe, da ich keine Ahnung hatte wie sich der Ballon verhalten würde. Auch der Abstieg war dementsprechend spektakulär, da ich ebenso schnell wieder runter wie vorher rauf musste. Die Ablagen waren aber alles in allem sehr gut vom deutschen Team. Dummerweise haben wir beim zweiten Ziel nicht das gleiche gemacht und so kamen wir hier nur mit Loggerergebnissen >100 Metern raus. Schade.

Aber ich konnte zumindest mitfahren und über 1.500 Punkte sammeln! Danke JOE!

Meine Mannschaft und ich fielen todmüde ins Bett. Man merkte doch schon sehr dass uns am 6. Wettkampftag der Mittagsschlaf sehr gefehlt hat!

Endspurt – Fahrt Nummer 8

Damit ihr euch die Aufgabe besser vorstellen könnt…….

So ganz langsam geht die Weltmeisterschaft schon ihrem Ende entgegen. Als wir heute morgen um 06:15 Uhr gut gelaunt und hoch motiviert in die Briefinghalle kamen, erwarteten uns 3 Marker auf unserem Tisch. Das Aufgabenblatt enthielt als erste Aufgabe ein Fly-In, danach zwei „Judge Declared Goals“ – also 3 Aufgaben mit klassischen Zielkreuzen und Markerabwurf. Als „krönenden“ Abschluss dann noch ein „Land-Run“ – also eine möglichst große Dreiecksfläche in einem Kreis von 6 km Durchmesser, deren Mittelpunkt wir selbst vor dem Start festlegen mussten.

Der Meteorologe prognostizierte am Boden Wind aus Südwest und in der Höhe dann eine Drehung nach Ost und sogar weiter Richtung Südost ab 5000 ft. Da freie Startplatzwahl gegeben war trafen wir uns alle zunächst einmal bei einer Methodistenkirche im Nordwesten von Battle-Creek, in deren Nähre ausreichende Startflächen vorhanden sind. Dort eine erste „Vor-Ort“ Windmessung und schon traf auch die nächste SMS mit Daten unseres Windmessteams Dirk und Daniel ein. Klar war schon jetzt, dass es eine recht flotte Fahrt werden würde mit Geschwindigkeiten um 25-30 km/h. Und das schon in recht geringen Höhen.   

Danach schwärmten wir aus in die Vorgärten dieser Siedlung – der ein oder andere Anwohner wurde sanft aus dem Bett geklopft um die nötige Starterlaubnis zu erhalten. Dann wie immer ein zügiger Aufbau der Ballone, schnell noch den Mittelpunkt des Landruns den jeweiligen Observern erklärt und schon ging es los.

Das erste Ziel war aus unserer Position recht gut anfahrbar und so weit es bisher aussieht, haben sich alle deutschen Teams recht wacker geschlagen. Der schwierige Teil kam ja auch eigentlich erst danach, da wir, um das nächste Ziel überhaupt zu erreichen, erst einmal auf 5000 ft steigen mussten. Danach eine ähnlich gut steuerbare Anfahrt auf das zweite Ziel – allerdings alles bei recht flotten Grundgeschwindigkeiten, so dass nicht viel Zeit zu Korrekturen blieb. Leider lagen an diesem Ziel schon recht viele Marker sehr nahe am Mittelpunkt des Zielkreuzes, so dass wir nun erst einmal die Wertung abwarten müssen um zu sehen wie unsere Ergebnisse einzuschätzen sind.

Leider musste Martin hier ganz passen und direkt das nächste Ziel anfahren, da es sich schon früh zeigte, dass sein Gasvorrat für alle vier Aufgaben und das doch recht langwierige Vorhalten in den großen Höhen nicht ausreichen würde.  

Danach das gleich Spiel noch einmal: hoch auf 5000 ft (tolle Sichten und grandioser Ausblick auf die 98 anderen Ballone) und nach kurzem Vorhalten Richtung Südost ging es mit hoher Sinkrate dem nächsten Zielkreuz entgegen. Bei diesem doch recht zügigen Abstieg hat der ein oder andere Pilot sich anscheinend auch an die Grenzen seines Ballones herangetestet. Plötzlich war nämlich über einem der vor uns abgestiegenen Ballone kurzfristig eine deutliche Rauchfahne zu sehen. Ein brasilianischer Pilot hat sich leider wohl beim Abfangen einige Felder verbrannt. Auch an diesem Ziel gelang es fast allen deutschen Teams in der MMA (Marker Measuring Area) zu marken obwohl „fallenlassen“ vorgeschrieben war – genaue Ergebnisse gibt es später. 

Und nun kam der taktische Teil der Fahrt. Je nachdem, wo man den Mittelpunkt des Kreises hingelegt hatte, galt es zunächst den richtigen Einfahrpunkt in den Kreis zu finden. Recht tief ging es dann mit nord-nordöstlichem Kurs darum einen Punkt „B“ für das Dreieck zu erzeugen. Dies durfte nicht zu spät erfolgen um den Kreis nicht zu verlassen und dann ging es darum oben in die südöstliche Strömung zu kommen um ein möglichst gleichschenkliges Dreieck mit den drei Trackpunkten „Kreiseinfahrt“ – „Wendepunkt im Kreis“ und „Kreisausfahrt“ zu erzeugen. Also fast eher eine Aufgabe für Mathematiker als für Ballonfahrer. Nach der Fahrt wurde über diese Aufgabe schon wieder eifrig gefachsimpelt und es scheint so als ob die Besten eine Dreiecksfläche von 9 km² erzeugt haben. Uwe hat wohl zwischen 5 und 6 km² erzielt, Sven etwas mehr als 6 km² und Mabo eine Dreiecksfläche von mehr als 7 km². Von den anderen deutschen Teams haben wir noch keine Auswertung. Mal sehen, was für diese Aufgabe am Ende herausspringt. Auf jeden Fall eine höchst interessante Task, die uns eigentlich ja auch liegt, was wir in vergangenen Wettbewerben schon bewiesen haben.

Nach Verlassen des „Land-Run“ Kreises ging es dann zügig zur Landung. Trotz Wald und viel hohem Bewuchs gab es doch einige gute Landemöglichkeiten so dass es trotz schneller werdendem Bodenwind keine Probleme gab. Der ein oder andere hatte nur noch recht wenig Gas nach der Landung aber alles in allem war die Stimmung nach dieser sehr interessanten Fahrt im deutschen Team doch recht gut. 

An der Gastankstelle traf man sich dann wieder und wie gewohnt ging es auch dort recht zügig voran. Das muss man den Veranstaltern schon lassen: das Thema Gastanken haben sie sehr gut im Griff. 

Leider gab es danach noch einen kleinen „Dämpfer“ für Martin, da bekannt wurde, dass die FAA (also die amerikanische EASA) seine kleine Hüllenreparatur überprüfen will und er, ohne das vorher zu klären, heute abend nicht starten kann. Also ist er derzeit unterwegs um das zu erledigen. Wollen wir hoffe, dass für heute Abend alles wieder klar ist.

Jetzt aber erst mal eine kurze Ruhepause bevor es gegen 17:00 Ortszeit gleich wieder zum Briefing geht. Bis bald – wir melden uns bald wieder mit Infos zu den letzten beiden möglichen Fahrten.

 

 

Fahrt 5 und 6

Die Blogs werden kürzer, die Fahrten anstrengender, und die Kraft weniger.

Gestern Abend starteten wir bei sehr bockigem Wind am Boden vom CLA 1, dem Flughafen hier in Battle Creek. Wir hatten ein PDG vor dem Start zu erklären und anschließend wieder ein Qual der Wahl auf irgendeines der gültigen Ziele in der Karte zu fahren. Dummerweise machte ich zwei Fehler. 1. änderte ich mein PDG 30 Sekunden vor dem Start genau in die falsche Richtung. Ich wollte es eigentlich nach links in Fahrtrichtung verschieben (auf 149° Kurs von vorher 153°), nahm aber die Koordinate von unserem Ziel ganz rechts (157°)! DÄMLICH! Da war ich einfach zu hektisch und hatte dann natürlich keine Chance mehr an das rechte Ziel zu kommen, denn es ging ja schließlich nach LINKS!! Der zweite Fehler war, dass wir Deutschen fast alle zu spät gestartet sind und bis zum Ende der Wertungszeit kein gültiges Ziel mehr erreicht haben. Ich war am Ende der Wertungsperiode genau 300 Meter von meinem Ziel entfernt und hab dann exakt 1 Minute zu spät zu Übungszwecken auf ca. 6 Meter gemarkert. Also war wieder mal Frusttrinken angesagt um diese Fahrt möglichst schnell abzuhaken.

Gelegenheit es besser zu machen gab es ja gleich heute morgen. Nachdem sich gestern ein paar Piloten tatsächlich beschwert hatten das wir bislang so wenige Aufgaben gefahren haben, hat David uns heute morgen gleich mal eine sehr anspruchsvolle 5-fach Aufgabe präsentiert. Es gab eine dünne Zwischenschicht mit einer Richtung von 30 bis 40 Grad, alles andere ging mehr oder weniger direkt nach Osten. Diese Zwischenschicht sollte aber laut Wetterfrosch im Laufe des Vormittags weggeheizt werden. Es war also wichtig so früh wie möglich zu starten um bei Aufgabe 4, dem Ellbogen, noch einen Wind in Richtung Norden zu finden.
Gott sei Dank gelang es uns heute relativ schnell einen Platz zu finden und Uwe und ich konnten im vorderen Teil des Feldes das erste Ziel, ein von uns gewähltes Ziel, anzufahren. An dieser Kreuzung war ein ziemliches durcheinander, v.a. am Boden, weil wirklich sehr viele Ballone diesen Punkt als Ziel genommen hatten. Ich konnte sie ganz gut anfahren und bei irgendwas zwischen 1 und 2 Meter markern. Das war schon mal ein guter Auftakt. Danach haben wir weiter Gas gegeben um möglichst noch weiter nach vorne zu kommen und wenig Zeit in den langsamen Schichten zu verdaddeln. Bei Aufgabe 2, einem Gravity Marker Drop auf ein Vorgegebens Ziel hab ich aus der Höhe ca. 10 Meter Ablage hinbekommen, Uwe ungefähr 8 m. Und dann direkt weiter zur Pizza, einer Minimum Distance Double Drop bei der man 2 Marker möglichst nah beieinander in 2 verschiedenen Wertungsgebieten platzieren muss. Das schlimme bei dieser Aufgabe ist immer, es gibt nur Hop oder Top. Entweder man trifft es oder man hat ein No-Result. Uwe und ich haben eigentlich eine nahezu perfekte Anfahrt gemacht und konnten richtig gut links vorhalten. Aber in dem Moment als wir ankamen war am Boden kein rechts mehr. Also haben wir kurz vorher noch nach rechts versetzt um das Ziel mittig zu nehmen. Nur leider sind wir beide zu früh abgestiegen, sind exakt vor dem Wertungsgebiet stehen geblieben, um dann schön am Rand entlang rechts dran vorbeizufahren! Ich hoffe ihr könnt das am Track erkennen. So ein Murks!! Da lief es so gut bis dahin und dann so was. Die Ballone die gemeinsam mit uns reinkamen hatten dann plötzlich wieder die Rechtsdrehung am Boden. Mal schauen was wir für unser No-Result hier noch kriegen. Immerhin waren wir mittlerweile bei den vordersten 10 Ballonen und auch völlig frei von jedem Verkehr in der Luft. Denn wir wussten das wir unseren zweiten Ellbogenschenkel ganz hoch fahren mussten um evtl. sogar wieder nach Süden zu kommen. Also fuhren wir erst mal 2 km tief in unserer altbekannten 30 Grad Schicht um dann wie die gedopten mit 7 bis 8 m/s aufzusteigen auf rund 8.000 Fuß, wo wir sehr schön in Richtung 190 Grad fahren konnten. Anschließend war „abstürzen“ angesagt, da wir nur noch knapp 30 Minuten Zeit hatten unser FlyOn zu fahren. Dafür mussten wir erst einen Deklarationsmarker absetzen auf dem das Ziel erklärt wurde und anschließend in mind. 1 km Entfernung ein Ziel anfahren. Das hat bei relativ gut geklappt bis auf die Tatsache das mein Marker in einem Baum hängen blieb und Dirk auf ca. 7 Meter hochklettern musste um den Marker zu bergen. DANKE!! Denn die Zielanfahrt auf das FlyOn war perfekt und das Ergebnis mit 58 cm mein bislang bestes Resultat bei dieser WM!! Leider ging vielen anderen Teams, darunter auch einigen Deutschen, die Zeit am Ende aus und so wird es wohl einige Loggerergebnisse für diese letzte Aufgabe geben.

Jetzt ist aber schleunigst schlafen angesagt, denn in 3 1/2 Stunden ist schon wieder Briefing für die Abendfahrt.

Schöne Grüße,

Martin

P.S.: Bilder gibts später, einfach keine Zeit dafür.

Fahrt Nummer 4 – Dienstagmorgen

So, und nun noch zu heute morgen.

Wir hatten wieder Indivudual Launch Point, diesmal im Südosten der Wettbewerbskarte. Es gab eine dreifach-Aufgabe mit einem CRAT zu Beginn (d.h. es gibt um ein Zielkreuz herum verschiedene Wertungsgebiete, von denen immer nur eines zu einer bestimmten Zeit offen ist) und anschließend zwei Qual der Wahl Ziele. Interessanterweise beide nur mit Scoringarea 100 Meter! D.h. wenn man weiter als 100 Meter von seinem Ziel weg war bekam man No-Result!! Also musste man es so oft probieren bis man 2 mal drinnen lag.

Wir fanden relativ schnell einen tollen Startplatz im Garten eines älteren Paares die uns sehr freundlich empfangen haben (und gleich wieder auf Deutsch mit uns geplaudert haben). Die Richtung war perfekt zum Ziel und man konnte das Zielkreuz schön mittig anfahren. Ich war aber leider etwas nervös und dachte ich halte lieber links vor damit ich in das gerade gültige Wertungsgebiet komme anstatt direkt über das Zielkreuz zu fahren und dann die 5 Meter nach links zu werfen. DUMM!! Damit liege ich mit Sicherheit wieder nur im Mittelfeld weil einfach verdammt viele sehr gut an das Ziel kamen.

Die anschließenden beiden FlyOn Zielen waren mit 2 und 3 Metern Ablage wirklich gut. Ich musste zwar beim ersten Ziel etwas Hüllenstoff opfern als ich den Ballon abgefangen habe aber ich hoffe dass es das Wert war.

Wir werden sehen was die Ergebnisse wert waren. Spannend war, dass einigen wohl im Süden der Wettbewerbskarte die Ziele ausgingen, die mussten dann wieder ganz hoch versuchen zurückzukommen um noch mal Ziele anfahren zu können.

Und damit geht es jetzt kurz zum Mittagessen und danach ins Bett, schließlich bin ich ja hier um Punke zu sammeln und nicht um Blog zu schreiben (wobei ich das wirklich gerne mache und wir uns sehr über euer Feedback von zuhause freuen).

Danke noch mal an dieser Stelle an alle Daumendrücker und wir geben alles um die Amis noch von den vorderen Plätzen zu verdrängen!!

Bis dann,

Martin

Fahrt Nummer 3

Und weiter ging es am Abend. Gott sei Dank wieder von einem gemeinsamen Startplatz. Da ist der einzige Streß dass man sich durch den Verkehr in Battle Creek einen Weg bahnt, aber netterweise war uns dabei gestern Abend die Polizei behilflich und regelte den Verkehr an den großen Kreuzungen. VIELEN DANK!!

David hatte es sich an diesem Abend recht leicht gemacht (fand ich). Da die Windvorhersagen nicht wirklich eindeutig waren gab er uns die Aufgabe zuerst ein Ziel auszuwählen und anschließend eine Torte zu fahren. Wer die Tortenaufgabe noch nicht kennt kann sie auf dem Screenshot unten einmal anschauen. Sie besteht aus 3 Stockwerken. Der unterste Stock beginnt am Boden (Radius 3 km) und geht bis 2.000 Fuß, die mittlere Schicht (2 km im Radius) geht von 2.000 bis 3.000 Fuß und die Spitze hat 1 km Radius und geht von 3.000 bis 4.000 Fuß. Es zählt die 2D-Strecke am Boden, rauf und runter Fahren nützt also nichts, aber die Strecke in der Spitze der Torte zählt 3-fach, im Mittleren Stock noch 2-fach und ganz unten nur 1-fach. Man muss also versuchen möglichst mittig durch die Torte zu fahren und dabei noch viele Hacken nach links und rechts zu schlagen.

Uwe und ich wählten unser Ziel und die Torten in einer 200°-Linie vom Startplatz aus. Das war mutig (oder dumm), weil eigentlich alles darauf hindeutete dass der Wind nach Süden die sicherste Variante schien. Direkt als ich startete kam auch die neueste Windmessung von Dirk per SMS und dort war KEIN EINZIGER Wind mehr größer als 200 Grad. Im Gegenteil alles 195 ° oder noch kleiner. Nach dieser Messung würde ich also weit links an meinem Ziel und der Torte vorbeifahren. Aber wie durch ein Wunder war der Wind mit den dummen (oder mutigen) und ging tatsächlich in den Höhen wie wir fuhren immer zwischen 220 ° und 150 °. Wir konnten also wirklich gut unser Ziel anfahren und eine nahezu perfekten Torte machen. Die Piloten, die die Südvariante gewählt hatten konnten sich in großer Höhe nach Osten arbeiten um dann von oben in ihre Torte einzufahren. So waren auch die Ergebnisse der anderen nicht so schlecht. Am schwierigsten war am Ende dann noch die Landung. Da wir am Ende der Wertungszeit erst die Torte verlassen haben und 15 Minuten später Sunset war, wir aber genau über der Stadt waren, mussten wir uns etwas einfallen lassen. Einen großen Parkplatz hab ich bei 12 km/h am Boden lieber sein lassen (jede Laterne ist hier oberirdisch verdrahtet) und der Friedhof der als nächsten kam war auch keine gute Idee. Also blieb uns nur noch der Golfplatz! Also hoch über die Interstate (rotes Sperrgebiet) und direkt dahinter runter auf den Golfplatz. Wie durch ein Wunder war dann plötzlich der Wind am Boden weg sodass wir ganz sanft aufsetzen konnten und dann zum Parkplatz und dem Übungsgelände vertragen konnten. Chris, der Besitzer war total begeistert weil insgesamt 3 Ballone dort gelandet sind und wir eine tolle Show für die Gäste geboten hatten.

Uwe und ich waren also total happy das unsere verrückte Strategie aufgegangen ist und wir hoffentlich ein paar Plätze gut machen konnten.

Nicht wundern, ich habe meinen PC ausgemacht als wir noch in der Luft waren, da ich mit einer etwas heftigeren Landung gerechnet habe. Ihr müsste den Track also verlängern bis direkt nach dem großen Highway.