Die letzte Fahrt, die dann doch keine mehr war

Für die letzte Möglichkeit einer Wettbewerbsfahrt hatte sich der Wettbewerbsleiter 4 Aufgaben ausgedacht – ein selbstgewähltes Ziel (mit zwei möglichen Koordinaten), vor dem Start zu deklarieren, ein Gorden Bennett Memorial mit 3 Zielkreuzen und jeweils 25m Wertungsgebieten (eigentlich mehr ein Qual der Wahl mit eingeschränkten Wertungsgebieten) auf dem Startplatz von Birstonas, das unvermeidliche echte Qual der Wahl mit 3 Zielen und ein Donut. Nach reichlich Diskussion über das Gordon Bennett wurde aus Zeitgründen der der Donut gestrichen. Mit den vorhergesagten Winden, dem Anlauf auf das Gorden Bennett von 8 km und dem Abstand zu dem Qual der Wahl von weiteren 5 Kilometern und einem Sonnenuntergang um 22.00 Uhr war das schlicht nicht mehr möglich.

Das erste Mal nun sollten wir uns einen eigenen Startplatz suchen. Mit Elise und Astrid entschieden wir uns nach einem kurzen eigenen Windread für einen Startplatz, der so falsch nicht gewesen sein konnte, da plötzlich noch mindestens 10 weitere Teams dort gestartet sind. Nun war Eile angesagt, da mit dem Erreichen des Startplatzes nur noch 20 Minuten bis zum Ende der Startperiode zur Verfügung standen. Fix die selbstgewählten Ziele festgelegt und los gings. Mit dem Start mussten wir leider feststellen, dass die Schauer den Wind verändert hatten. Mein PDG erreichte ich dennoch mit wahrscheinlich ordentlichen 50m Distanz. Dann galt es die Abwägung zu treffen – Gorden Bennett mit großer Chance auf „no result“ oder das zu kippen – sich in die schnelle höhere Schicht zu hängen und von den über 14 km bis zum Qual der Wahl noch möglichst viel Strecke zurückzulegen um hier im vorderen Bereich zu liegen. Ich entschied mich für letzteres, zumal ich nicht annahm, dass mehr als 3 – 5 Ballone Birstonas wirklich erreichen würden.

Als wir und dann alle drei zu den Qual der Wahl Zielen aufgemacht hatten und fast das komplette Feld überholen kam die vorher schon erwartete SMS – Fahrt gecancelled – alle Aufgaben gestrichen, bitte schnellst möglich landen.

Wäre die Absage ca. 20 -30 Minuten früher gekommen, hätten wir sie nachvollziehen können. Kurz nach dem Start konnten wir eine schwarze Wand auf und zukommen sehen – die Regenfallstreifen wie ein dichter Vorhang bis zum Boden – die Teams mit Scheibenwischer Stufe 2 am Boden. Als allerdings abgesagt wurde, hatte die Front sich abgeschwächt und war teilweise an uns vorbeigezogen. Damit bleibt ein fahler Nachgeschmack, warum tatsächlich die Fahrt gestrichen wurde. Hätten die Ergebnisse nicht mehr so gepasst wie erwünscht waren und jetzt aktuell sind? Hätten die Aufgaben nicht schnell genug ausgewertet werden können, dass am nächsten Tag um 13.00 Uhr die Siegerehrung hätte stattfinden können? Gerüchteweise war das Regenradar jedenfalls nicht der Grund der Absage! So bleibt ein blödes Gefühl zurück, wir hätten uns mit der letzten Fahrt und immerhin 1/3 der Aufgaben des gesamten Wettbewerbs (denn so haben wir jetzt nur 3 Fahrten und 10 Aufgaben) alle drei deutlich verbessern können, hatten alle drei das PDG ordentlich gelöst und wären im Vergleich zu den anderen Teams deutlich näher an den Qual der Wahl Zielen gewesen! Die erste Fahrt, an der man das „Hirn einschalten“ musste und nicht einfach nur den Ballon bediente um Aufgaben abzuarbeiten.

Schade für die Organisatoren, die einen tollen Job gemacht haben. Es war von deren Seite eine liebevoll organisierte Veranstaltung mit vielen „Social Events“ wie Bootfahrt über die Memel, Met- Verkostung, Stadtbesichtung, Flugshow, jeden abend Live- Musik mit guten Bands in der Stadt und einer Unterstützung für alle Teams wo sie nur konnten (Sei es mit Fahrzeugproblemen und gestellten Ersatzfahrzeugen, Ersatzreifen für Hänger, Ballonreparaturen oder was auch immer).

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Viellicht gibt es ja in den nächsten Tagen noch die Muse für ein freundliches Fazit über eine Veranstaltung, die aus deutscher Sicht sicherlich hinsichtlich der Platzierungen noch Verbesserungsbedarf hat. So schlossen wir nach den 3 Fahrten auf dem 19. Platz (Sylvia Meinl), 20. Platz (Astrid Carl) und 27. Platz (Elise Kloss) ab. Sicher nicht befriedigend aber auf Grund der wenigen Aufgaben und Fahrten wahrscheinlich auch nicht repräsentativ,