Wieder in Deutschland – Kurze Nachlese der EM in Polen

Nach über 14 Stunden hatten wir in der Nacht die Heimfahrt geschafft. Da eines meiner Teammitglieder am Montagmorgen wichtige berufliche Dinge zu erledigen hat, sind wir doch schon an Samstagmittag gestartet. Anne-Sophie fuhr den Großteil der Strecke, Max schaute nach der besten Route (alles wie im Wettbewerb) und Benjamin und ich konnten sich so etwas ausruhen. Mein kurzfristig umgestelltes Team hat sehr gut zusammengearbeitet und mehr getan, als man in dieser neuen Konstellation erwarten konnte. Vielen Dank an dieser Stelle für euren tollen Job und euren Einsatz, mich bei der EM zu unterstützen.
Die Zusammenarbeit im deutschen Team war hervorragend. Keiner fuhr für sich allein, sondern war immer für die anderen erreichbar und half wo er konnte. Dass es am Anfang bei mir schleppend anlief führe ich auf die Umstellung der Zielanfahrten zurück. In diesem Jahr konnten wir bei allen Wettbewerben den Marker werfen (Münster, Heldburg, Bad Griesbach u.s.w.). Ob ich da 20 Meter rechts oder links vorbeifahre ist nicht ganz so wichtig, Hauptsache ich bin tief über dem Ziel. Der Rest wird mit dem Gefühl für das Werfen oder Schleudern wettgemacht. Mathijs möchte aber lieber den Korb über dem Zielkreuz haben und gab so bei fast jeder Aufgabe „Fallenlassen“ des Markers vor. Von taktischer Seite bedeutet das, dass wir unter Umständen den Marker aus größerer Höhe Absetzen müssen, um einem Versatz durch andere Winde unter uns zu entgehen. Sollte in diesem Fall der Marker doch nicht in der Measuring Area landen, bleibt nur ein zügiger Abstieg für ein dreidimensionales Ergebnis mit dem Logger.
Da nach der ersten Fahrt eine Spitzenposition in weite Ferne gerückt war, habe ich bei den nächsten Fahrten versucht, früh zu starten. Durch unsere Balloontracker konnten somit Uwe und Martin, die auch mit diesem System ausgestattet sind, meinen Track sehen und ihre Zielanfahrten danach ausrichten. Bei 2 Fahrten hat das so jedenfalls so ganz gut geklappt. Die Sache mit der Bodenberührung in Aufgabe 16 ist in erster Linie für mich ein wenig ärgerlich, da sie mir in der Endabrechnung 4 Plätze kostete. Fasziniert von der Zielanfahrt konnte ich mir heraussuchen, wo der Marker über die Korbbrüstung rutschen sollte. Leider habe ich etwas zu spät geheizt.
Ein paar sehr gute und einige mittelgute Ergebnisse zeigen bei kritischer Betrachtung, dass im Vorfeld viel geübt werden muss und die taktische Feinheit durch viel Wettbewerbserfahrung kommt. Bei mehr Interesse an sportlichen statt kommerziellen Ballonfahrten hierzulande bekommen wir auch wieder eine Basis für mehr Wettbewerbe. Andere Länder machen das erfolgreich vor.
Ein deutscher Pilot, der in Wloclawek seine internationale Feuertaufe bei den Senioren mit Bravur bestanden hat, ist in dieser Berichterstattung fast gar nicht erwähnt worden. Eigentlich Schade, denn Pascal hat gestandene Nationalmannschaftsmitglieder hinter sich gelassen oder ist mit ihnen auf Augenhöhe gefahren. Meinen Respekt hast du. Als Garant für internationale Topplatzierungen hat Uwe wieder ein Top10-Ergebnis eingefahren. Herzlichen Glückwunsch, auch wenn es auf der Zielgeraden nicht ganz nach oben gereicht hat. Gefreut haben mich auch die sehr guten Ablagen von Markus. Er fährt ein starkes Jahr und einen Platz unter den ersten 10 hätte ich ihm gewünscht. Die Karten für die Teilnahme an der nächsten EM in Debrecen 2015 sind gelegt. Die deutsche Mannschaft wird eine der größten sein. Ob Martins 32. Platz ausreichend für einen weiteren deutschen Teilnehmer ist, muss man schauen. Auch für ihn sicher ein gutes Ergebnis.
Abschließender Dank geht an das engagierte Windmessteam, deren genauen Daten wir für unsere Fahrtvorbereitung nutzten und die uns bei den Zielanfahrten durch die Messung der etwas höheren Winde permanent auf dem Laufen hielten.

Vielen Dank allen und es hat wieder Spaß gemacht.
Sven

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