Rückblick Teil 1 – Fahrt Nr. 9

Hallo zusammen,

mittlerweile ist zwar die Siegerehrung schon zu Ende gegangen, die letzten 48 Stunden waren aber ein klein wenig hektisch, chaotisch und am Ende extrem nervig und ärgerlich für mich, sodass ich leider keine Zeit hatte euch zu berichten. Da ihr aber alle sicherlich noch auf die letzten Berichte zu unseren Fahrten wartet versuche ich jetzt mal meine Wut und meinen Ärger zu vergessen und euch wenigstens noch mal einen letzten Einblick in das Abenteuer Battle Creek zu geben.

Nachdem ich tatsächlich am Donnerstagmittag aufgefordert wurde meine beiden kleinen Löcher oberhalb vom Nomex reparieren zu lassen weil sonst mein Ballon gegroundet wird hatte ich natürlich keinen Mittagsschlaf und hoffte darauf das die Hülle bis zur Abendfahrt rechtzeitig fertig werden würde. 1 Stunde vor dem Briefing kam dann der Anruf von Donna das sie nicht fertig werden würde und ich hatte erst mal keinen Ballon mehr. Gott sei Dank hatte Uwe die rettende Idee Joe Heartsill zu fragen ob er nicht noch eine Hülle in Reserve hätte. Da ich ja eine amerikanische Lizenz habe durfte ich die ja auch fahren. Und tatsächlich, in dem schier unerschöpflichen Fundus von Joe war noch ein kleiner lilaner Lindstrand-Racer!! Der Abend war gerettet. Es war zwar extrem streßig für meine Mannschaft, aber wir haben es geschafft pünktlich zum Briefing wieder startklar zu sein. Super Leistung!!

David hatte sich für den Abend einen gemeinsamen Start mit einem Qual der Wahl und einem selbstgewählten Ziel ausgedacht. Bei einem Zusatzbriefing am Startplatz wurde dann aus dem Qual der Wahl auch ein selbstgewähltes Ziel da klar war, dass keines der von ihm gedachten Ziele bei der vorherrschenden Windrichtung getroffen werden konnte. Es gab zwar noch einige Diskussionen bis die Aufgabe so gestellt war dass sie auch zum Wind passte, aber am Ende gab es tatsächlich 2 gültige Ziele auf der Karte die von allen angefahren werden konnten (und es wählten auch anscheinend alle Teilnehmer die gleichen beiden Ziele!!).

Nachdem die Gefahr bestand dass das Windsystem kippt war die Ansage natürlich so schnell wie möglich zu starten. Nachdem wir wirklich gut vorbereitet waren konnten fast alle deutschen 5 Minuten nach der grünen Flagge in die Luft. Das Gedränge war zwar riesig am Startplatz aber alle verhielten sich fair und sicher. Auf der Hälfte der Strecke war klar das wir mit der reinen Bodenschicht nicht weit genug nach rechts zum Ziel kommen würden. Da es aber in rund 6000 Fuß nach Osten ging entschieden wir uns aufzusteigen um die paar Meter nach rechts zu versetzen. Für mich natürlich eine spannende Aufgabe, da ich keine Ahnung hatte wie sich der Ballon verhalten würde. Auch der Abstieg war dementsprechend spektakulär, da ich ebenso schnell wieder runter wie vorher rauf musste. Die Ablagen waren aber alles in allem sehr gut vom deutschen Team. Dummerweise haben wir beim zweiten Ziel nicht das gleiche gemacht und so kamen wir hier nur mit Loggerergebnissen >100 Metern raus. Schade.

Aber ich konnte zumindest mitfahren und über 1.500 Punkte sammeln! Danke JOE!

Meine Mannschaft und ich fielen todmüde ins Bett. Man merkte doch schon sehr dass uns am 6. Wettkampftag der Mittagsschlaf sehr gefehlt hat!