Endspurt – Fahrt Nummer 8

Damit ihr euch die Aufgabe besser vorstellen könnt…….

So ganz langsam geht die Weltmeisterschaft schon ihrem Ende entgegen. Als wir heute morgen um 06:15 Uhr gut gelaunt und hoch motiviert in die Briefinghalle kamen, erwarteten uns 3 Marker auf unserem Tisch. Das Aufgabenblatt enthielt als erste Aufgabe ein Fly-In, danach zwei „Judge Declared Goals“ – also 3 Aufgaben mit klassischen Zielkreuzen und Markerabwurf. Als „krönenden“ Abschluss dann noch ein „Land-Run“ – also eine möglichst große Dreiecksfläche in einem Kreis von 6 km Durchmesser, deren Mittelpunkt wir selbst vor dem Start festlegen mussten.

Der Meteorologe prognostizierte am Boden Wind aus Südwest und in der Höhe dann eine Drehung nach Ost und sogar weiter Richtung Südost ab 5000 ft. Da freie Startplatzwahl gegeben war trafen wir uns alle zunächst einmal bei einer Methodistenkirche im Nordwesten von Battle-Creek, in deren Nähre ausreichende Startflächen vorhanden sind. Dort eine erste „Vor-Ort“ Windmessung und schon traf auch die nächste SMS mit Daten unseres Windmessteams Dirk und Daniel ein. Klar war schon jetzt, dass es eine recht flotte Fahrt werden würde mit Geschwindigkeiten um 25-30 km/h. Und das schon in recht geringen Höhen.   

Danach schwärmten wir aus in die Vorgärten dieser Siedlung – der ein oder andere Anwohner wurde sanft aus dem Bett geklopft um die nötige Starterlaubnis zu erhalten. Dann wie immer ein zügiger Aufbau der Ballone, schnell noch den Mittelpunkt des Landruns den jeweiligen Observern erklärt und schon ging es los.

Das erste Ziel war aus unserer Position recht gut anfahrbar und so weit es bisher aussieht, haben sich alle deutschen Teams recht wacker geschlagen. Der schwierige Teil kam ja auch eigentlich erst danach, da wir, um das nächste Ziel überhaupt zu erreichen, erst einmal auf 5000 ft steigen mussten. Danach eine ähnlich gut steuerbare Anfahrt auf das zweite Ziel – allerdings alles bei recht flotten Grundgeschwindigkeiten, so dass nicht viel Zeit zu Korrekturen blieb. Leider lagen an diesem Ziel schon recht viele Marker sehr nahe am Mittelpunkt des Zielkreuzes, so dass wir nun erst einmal die Wertung abwarten müssen um zu sehen wie unsere Ergebnisse einzuschätzen sind.

Leider musste Martin hier ganz passen und direkt das nächste Ziel anfahren, da es sich schon früh zeigte, dass sein Gasvorrat für alle vier Aufgaben und das doch recht langwierige Vorhalten in den großen Höhen nicht ausreichen würde.  

Danach das gleich Spiel noch einmal: hoch auf 5000 ft (tolle Sichten und grandioser Ausblick auf die 98 anderen Ballone) und nach kurzem Vorhalten Richtung Südost ging es mit hoher Sinkrate dem nächsten Zielkreuz entgegen. Bei diesem doch recht zügigen Abstieg hat der ein oder andere Pilot sich anscheinend auch an die Grenzen seines Ballones herangetestet. Plötzlich war nämlich über einem der vor uns abgestiegenen Ballone kurzfristig eine deutliche Rauchfahne zu sehen. Ein brasilianischer Pilot hat sich leider wohl beim Abfangen einige Felder verbrannt. Auch an diesem Ziel gelang es fast allen deutschen Teams in der MMA (Marker Measuring Area) zu marken obwohl „fallenlassen“ vorgeschrieben war – genaue Ergebnisse gibt es später. 

Und nun kam der taktische Teil der Fahrt. Je nachdem, wo man den Mittelpunkt des Kreises hingelegt hatte, galt es zunächst den richtigen Einfahrpunkt in den Kreis zu finden. Recht tief ging es dann mit nord-nordöstlichem Kurs darum einen Punkt „B“ für das Dreieck zu erzeugen. Dies durfte nicht zu spät erfolgen um den Kreis nicht zu verlassen und dann ging es darum oben in die südöstliche Strömung zu kommen um ein möglichst gleichschenkliges Dreieck mit den drei Trackpunkten „Kreiseinfahrt“ – „Wendepunkt im Kreis“ und „Kreisausfahrt“ zu erzeugen. Also fast eher eine Aufgabe für Mathematiker als für Ballonfahrer. Nach der Fahrt wurde über diese Aufgabe schon wieder eifrig gefachsimpelt und es scheint so als ob die Besten eine Dreiecksfläche von 9 km² erzeugt haben. Uwe hat wohl zwischen 5 und 6 km² erzielt, Sven etwas mehr als 6 km² und Mabo eine Dreiecksfläche von mehr als 7 km². Von den anderen deutschen Teams haben wir noch keine Auswertung. Mal sehen, was für diese Aufgabe am Ende herausspringt. Auf jeden Fall eine höchst interessante Task, die uns eigentlich ja auch liegt, was wir in vergangenen Wettbewerben schon bewiesen haben.

Nach Verlassen des „Land-Run“ Kreises ging es dann zügig zur Landung. Trotz Wald und viel hohem Bewuchs gab es doch einige gute Landemöglichkeiten so dass es trotz schneller werdendem Bodenwind keine Probleme gab. Der ein oder andere hatte nur noch recht wenig Gas nach der Landung aber alles in allem war die Stimmung nach dieser sehr interessanten Fahrt im deutschen Team doch recht gut. 

An der Gastankstelle traf man sich dann wieder und wie gewohnt ging es auch dort recht zügig voran. Das muss man den Veranstaltern schon lassen: das Thema Gastanken haben sie sehr gut im Griff. 

Leider gab es danach noch einen kleinen „Dämpfer“ für Martin, da bekannt wurde, dass die FAA (also die amerikanische EASA) seine kleine Hüllenreparatur überprüfen will und er, ohne das vorher zu klären, heute abend nicht starten kann. Also ist er derzeit unterwegs um das zu erledigen. Wollen wir hoffe, dass für heute Abend alles wieder klar ist.

Jetzt aber erst mal eine kurze Ruhepause bevor es gegen 17:00 Ortszeit gleich wieder zum Briefing geht. Bis bald – wir melden uns bald wieder mit Infos zu den letzten beiden möglichen Fahrten.

 

 

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