Fahrt 5 und 6

Die Blogs werden kürzer, die Fahrten anstrengender, und die Kraft weniger.

Gestern Abend starteten wir bei sehr bockigem Wind am Boden vom CLA 1, dem Flughafen hier in Battle Creek. Wir hatten ein PDG vor dem Start zu erklären und anschließend wieder ein Qual der Wahl auf irgendeines der gültigen Ziele in der Karte zu fahren. Dummerweise machte ich zwei Fehler. 1. änderte ich mein PDG 30 Sekunden vor dem Start genau in die falsche Richtung. Ich wollte es eigentlich nach links in Fahrtrichtung verschieben (auf 149° Kurs von vorher 153°), nahm aber die Koordinate von unserem Ziel ganz rechts (157°)! DÄMLICH! Da war ich einfach zu hektisch und hatte dann natürlich keine Chance mehr an das rechte Ziel zu kommen, denn es ging ja schließlich nach LINKS!! Der zweite Fehler war, dass wir Deutschen fast alle zu spät gestartet sind und bis zum Ende der Wertungszeit kein gültiges Ziel mehr erreicht haben. Ich war am Ende der Wertungsperiode genau 300 Meter von meinem Ziel entfernt und hab dann exakt 1 Minute zu spät zu Übungszwecken auf ca. 6 Meter gemarkert. Also war wieder mal Frusttrinken angesagt um diese Fahrt möglichst schnell abzuhaken.

Gelegenheit es besser zu machen gab es ja gleich heute morgen. Nachdem sich gestern ein paar Piloten tatsächlich beschwert hatten das wir bislang so wenige Aufgaben gefahren haben, hat David uns heute morgen gleich mal eine sehr anspruchsvolle 5-fach Aufgabe präsentiert. Es gab eine dünne Zwischenschicht mit einer Richtung von 30 bis 40 Grad, alles andere ging mehr oder weniger direkt nach Osten. Diese Zwischenschicht sollte aber laut Wetterfrosch im Laufe des Vormittags weggeheizt werden. Es war also wichtig so früh wie möglich zu starten um bei Aufgabe 4, dem Ellbogen, noch einen Wind in Richtung Norden zu finden.
Gott sei Dank gelang es uns heute relativ schnell einen Platz zu finden und Uwe und ich konnten im vorderen Teil des Feldes das erste Ziel, ein von uns gewähltes Ziel, anzufahren. An dieser Kreuzung war ein ziemliches durcheinander, v.a. am Boden, weil wirklich sehr viele Ballone diesen Punkt als Ziel genommen hatten. Ich konnte sie ganz gut anfahren und bei irgendwas zwischen 1 und 2 Meter markern. Das war schon mal ein guter Auftakt. Danach haben wir weiter Gas gegeben um möglichst noch weiter nach vorne zu kommen und wenig Zeit in den langsamen Schichten zu verdaddeln. Bei Aufgabe 2, einem Gravity Marker Drop auf ein Vorgegebens Ziel hab ich aus der Höhe ca. 10 Meter Ablage hinbekommen, Uwe ungefähr 8 m. Und dann direkt weiter zur Pizza, einer Minimum Distance Double Drop bei der man 2 Marker möglichst nah beieinander in 2 verschiedenen Wertungsgebieten platzieren muss. Das schlimme bei dieser Aufgabe ist immer, es gibt nur Hop oder Top. Entweder man trifft es oder man hat ein No-Result. Uwe und ich haben eigentlich eine nahezu perfekte Anfahrt gemacht und konnten richtig gut links vorhalten. Aber in dem Moment als wir ankamen war am Boden kein rechts mehr. Also haben wir kurz vorher noch nach rechts versetzt um das Ziel mittig zu nehmen. Nur leider sind wir beide zu früh abgestiegen, sind exakt vor dem Wertungsgebiet stehen geblieben, um dann schön am Rand entlang rechts dran vorbeizufahren! Ich hoffe ihr könnt das am Track erkennen. So ein Murks!! Da lief es so gut bis dahin und dann so was. Die Ballone die gemeinsam mit uns reinkamen hatten dann plötzlich wieder die Rechtsdrehung am Boden. Mal schauen was wir für unser No-Result hier noch kriegen. Immerhin waren wir mittlerweile bei den vordersten 10 Ballonen und auch völlig frei von jedem Verkehr in der Luft. Denn wir wussten das wir unseren zweiten Ellbogenschenkel ganz hoch fahren mussten um evtl. sogar wieder nach Süden zu kommen. Also fuhren wir erst mal 2 km tief in unserer altbekannten 30 Grad Schicht um dann wie die gedopten mit 7 bis 8 m/s aufzusteigen auf rund 8.000 Fuß, wo wir sehr schön in Richtung 190 Grad fahren konnten. Anschließend war „abstürzen“ angesagt, da wir nur noch knapp 30 Minuten Zeit hatten unser FlyOn zu fahren. Dafür mussten wir erst einen Deklarationsmarker absetzen auf dem das Ziel erklärt wurde und anschließend in mind. 1 km Entfernung ein Ziel anfahren. Das hat bei relativ gut geklappt bis auf die Tatsache das mein Marker in einem Baum hängen blieb und Dirk auf ca. 7 Meter hochklettern musste um den Marker zu bergen. DANKE!! Denn die Zielanfahrt auf das FlyOn war perfekt und das Ergebnis mit 58 cm mein bislang bestes Resultat bei dieser WM!! Leider ging vielen anderen Teams, darunter auch einigen Deutschen, die Zeit am Ende aus und so wird es wohl einige Loggerergebnisse für diese letzte Aufgabe geben.

Jetzt ist aber schleunigst schlafen angesagt, denn in 3 1/2 Stunden ist schon wieder Briefing für die Abendfahrt.

Schöne Grüße,

Martin

P.S.: Bilder gibts später, einfach keine Zeit dafür.

3 Gedanken zu „Fahrt 5 und 6“

  1. Hallo Deutsches Team, hallo Martin,
    weiterhin viel Erfolg und gute Ergebnisse. Vielen Dank fuer die tolle Berichterstattung. Weiter so.
    Gruss
    Markus

  2. Hallo Martin.
    Wir sind durch Dich immer super informiert und haben dabei jede Menge Spaß. Dein Blog wird von uns immer mit Spannung erwartet. Wussten garnicht das Dirk auch noch klettern kann.
    Weiterhin viel Erfolg für Alle bei der WM
    Gert und Eva

  3. Hallo Martin! Deine Berichterstattung ist super. Herzlichen Dank! …aber bevor Du hier wertvolle Energie verblogst, warte ich lieber einen Tag länger auf Deine Neuigkeiten! 🙂 Euch allen weiter alles Gute, Gruß Mirko

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