Fahrt Nr. 3, die Aufholjagd beginnt

Samstagmorgen, neue Fahrt, neues Glück. Dank vieler Erfahrungen, mentalem Training und einem super Rückhalt in der Crew und der Familie kann ich mittlerweile auch mit schlechten Ergebnissen umgehen und bin in der Lage mich wieder voll auf die neue Fahrt zu fokussieren. So auch an diesem Morgen.

Auf dem Plan standen wieder mal ein FlyIn (die Startplatzsuche in der Apfelregion Puch ist echt ein graus!!), eine Zielanfahrt mit Zeitfenster, ein selbstgewähltes Ziel und ein Ellbogen, wobei man den Ellbogen auch zwischendurch erledigen konnte. Die Anfahrt auf das FlyIn war hochinteressant, weil es innerhalb von 300 Höhenmetern in zig verschiedene Richtungen ging. Daher war es auch extrem schwierig und sehr vom Glück abhängig ob man im richtigen Moment den richtigen Wind zum Ziel bekam oder eben nicht. Ich hatte hier richtig Glück, denn knapp vor dem Ziel bekam ich, in gleicher Höhe fahrend plötzlich eine Richtungsänderung von vorher 180 Grad Kurs nach rechts in Richtung 220 Grad(!!) genau auf das Zielkreuz zu. Lustigerweise war diese Drift auch direkt nach dem Zielkreuz zu ende, sodass ich als einer der ganz wenigen an diesem Morgen meinen gravity Marker in die MMA (Marker Measuring Area) bringen konnte. Guter Start, dachte ich mir. Aus diesem Grund hab ich dann den Ellbogen auch gleich nach dem ersten Ziel eingestreut, weil es hier ja einige spannende Schichten gab. Toll wäre es natürlich gewesen wenn ich das rechts bei der Zielanfahrt gleich in meinen Ellbogenschenkel mitgenommen hätte, aber das hab ich dann im Streß der Zielanfahrt doch nicht mehr auf die Reihe bekommen. Helmut Pöttler hat es nämlich genau so gemacht und kam so auf die excellenten knapp 180 Grad. Für das anschließende Ziel mit Zeitfenster brauchte man natürlich ebenso ein glückliches Händchen, denn bei der großen Entfernung zum Ziel war ein taktieren mit der Startzeit schwer möglich, vor allem nachdem die Winde schwer einzuschätzen waren.  Ich hatte aber an dem Tag einfach einen Lauf und kam pünktlich 1 Minute nachdem das Ziel offen war dort an und konnte den Marker schön bei 7,25 Metern ablegen. Da ich wusste dass die Marker vor mir, die ebenfalls in der Nähe des Kreuzes lagen, nicht zur richtigen Zeit abgesetzt worden waren, stieg meine Stimmung weiter da auch hier ein hohes Ergebnis möglich war. Blieb noch abschließend das selbstgewählte Ziel. Dies musste bis zum markern am CRT im Logger deklariert worden sein und es gab die Auswahl zwischen einem Ziel direkt im Süden vom CRT und zweien in Südöstlicher Richtung, der Tallinie folgend. Nachdem wir ja schon in den Trainingsfahrten so unsere Erfahrungen mit dem „Rinnen“ gemacht haben war klar, dass die Ziele in Talrichtung eigentlich ganz automatisch erreicht werden konnten, da der Wind hier „im Normalfall“ ja eh hinrinnt. Also hab ich mich mal für das an der rechten Talseite entschieden. Spannend für mich war dann, dass es bis kurz vor dem Ziel immer nur in der Talmitte dahinging und erst kurz vorher in der tiefsten Fahrt nach rechts den Hang zum Ziel hinaufzog. Tobi Anzeneder und Daniel Kusternigg haben das vor mir gefahren und daher wusste ich recht gut wann ich in diese tiefe Fahrt gehen musste. Es kostet aber trotzdem viel Überwindung, da es nach dem Beginn der ganz tiefen Fahrt erst mal noch weiter in Richtung Talmitte beschleunigt hat, bevor sich der Ballon ganz langsam aber kontinuierlich nach rechts auf das Ziel hin eingedreht hat. Das er dann so weit eindreht das ich am Ende exakt über das Ziel drüber fahre und den Marker Zielkreuzmittig ablegen kann hätte ich auch nicht gedacht, aber irgendwie passte das als Abschluss für diese Morgenfahrt. Das ich dann gleich noch einen super Landeplatz fand und wir auch noch die ersten beim Gastanken waren war irgendwie noch das I-Tüpfelchen für diese Fahrt.

Am Ende standen 3.737 Punkte von 4.000 möglichen nach dieser Fahrt und das grinsen aus den Gesichtern meiner Mannschaft war überhaupt nicht mehr wegzubekommen.